Wir pushen die Statistik

26. Oktober 2008

Vor kurzem lief die Doku "So viel lebst du", eine bildgewaltige Darstellung dessen, was wir im Laufe unseres Lebens konsumieren, ausscheiden und produzieren. Eindrücklich sah man z.B. die 3651 Rollen Klopapier, 69,5 Liter Tränenflüssigkeit und fast fünf Tonnen Müll.

Alles faszinierend. Den Vogel schoss allerdings eine Zahl ab, die ich erschütternd finde: Der (deutsche) Mensch liest in seinem Leben durchschnittlich nur 247 Bücher! Mal ehrlich, so viel habe ich pi mal Daumen bereits in meinen ersten vier Schuljahren gelesen, wenn ich alle Bände von "Der kleine Vampir", "Hanni und Nanni", "Dolly", "Bummi" und etlichen weiteren Buchreihen sowie unzählige Leihbücher aus der Stadtbücherei addiere. Später kamen noch sämtliche Stephen King-Romane (ca. 50 Stück) dazu; schulische und später studentische Lektüren füllen ebenfalls locker je ein IKEA-Billy.

Ich kann nur hoffen, dass die werten Statistiker irgendwo einen gewaltigen Rechenfehler fabriziert haben, vielleicht sind ihnen die Bibliotheken entgangen? Oder überhaupt die Erwägung, dass man sich gute Bücher auch mal von Freunden leiht?

Schön wär's.

3 Kommentare:

Sylvia bei den Schweizern hat gesagt…

Als Durchschnittswert kann das schon hinkommen, auch wenn es schlimm ist. Ein Ex-Freund von mir hat NIE was gelesen. Bei ihm ist wahrscheinlich die Zahl 20 bei "im Lauf des Lebens gelesene Bücher ohne Schul- und Unibücher" noch viel zu hoch angesiedelt :)
Obwohl inzwischen Doktor der Physik - er konnte nur ganz schlecht lesen (mit dem Finger auf der Zeile) *Ohje*

Sasy hat gesagt…

Als Durchschnittswert halte ich es auch für möglich - aber es ist dennoch erschreckend. Ich komme jetzt auf ungefähr 120 - 150 Bücher im Jahr und auch als Kind hab ich permanent gelesen. Aber ich kenne auch die anderen Extrembeispiele - gerade im Studium trifft man immer mal wieder auf Leute, die nicht richtig lesen können... aber Germanistik oder Geschichte studieren - beides leseintensive Studiengänge. *kopfschüttel*

anke-art hat gesagt…

Ihr habt ja Recht, ich kenne auch so einige Lesemuffel. Es gibt eben Statistiken, die man nicht glauben will...