Eben habe ich eine Konzertkritik für den Ticketservice "Eventim" geschrieben. Ich füge sie hier in meinen Blog ein, weil ich noch nicht weiß, ob sie so veröffentlicht wird...
Eigentlich ist es eine Frechheit, dass in der Porsche-Arena Konzerte aufgeführt werden. Die Akustik ist grottenschlecht, so dass ich am Anfang des Konzerts den Eindruck hatte, vor mir stünde eine schlecht ausgepegelte Stereoanlage - obwohl ich weit vorne in der fünften Reihe saß. Schade für das großartige Orchester aus Frankfurt.
Aber ich kam ja wegen Paul Potts dort hin, und der Kerl war wirklich jeden Cent des Eintrittspreises wert. So schüchtern wie erwartet war er nicht, im Gegenteil: Munter und humorvoll moderierte er sich durch den Abend, erzählte nette Anekdoten und kam daher wie ein netter Typ von nebenan. Sehr sympathisch!
Dass plötzlich eine Sängerin namens Elizabeth Marvelly die Bühne betrat und ohne Paul Potts mehrere Titel sang, stieß manchen der um mich herum sitzenden Konzertbesuchern bitter auf (O-Ton: "Mir hen doch für den Potts b'zahlt, was soll nau des?"), doch mit ihrer wunderbaren Stimme nahm die 18jährige Neuseeländerin bald auch die größten Miesepeter für sich ein und erntete zum Abschied Standing Ovations. Am schönsten war das Duett zwischen Potts und Marvelly, wobei ich auch erwähnen muss, dass die Stimmen wesentlich besser ausgesteuert waren als das Orchester.
Als Zugabe kam am Ende des langen Abends das wundervolle "Nessun Dorma", was mit frenetischem Applaus und Standing Ovations einen tollen Abschluss bildete.
Fazit: Paul Potts mag vielleicht nicht der größte Tenor aller Zeiten sein, doch er bringt eine riesige Leistung angesichts seiner Geschichte und weiß das Publikum zu begeistern. Eine bunte Mischung diverser Musikstile bringt große Abwechslung in sein Programm.
Einen Punkt Abzug gibt's für die wirklich grottige Akustik und das bei Marvelly eingesetzte Halbplayback (Hintergrundgesang und einige Instrumentalstimmen kamen vom Band). Das hätte sie nicht nötig gehabt.
Paul Potts in der Porsche-Arena, Stuttgart
19. November 2008
Eingestellt von
um
15:42
3
Kommentare
Labels: Musik
Sei treu und halt' die Klappe
7. November 2008
Gerade räume ich mein Arbeitszimmer auf, und dabei fiel mir ein altes Buch in die Hände - "Der Gang durch den Sand" von Hans Grimm. Eine Jahreszahl steht nicht darin, doch die Widmung ist erwähnenswert:
Als ich einmal bei Deiner Mutter die TafelnIch hoffe, seine
Eures uralten Geschlechtes ansah, fand ich
die Rede von Stammbuchblatt und Wahl-
spruch jenes jungen Schulenburgers, der 1518 zu
Padua studierte und dessen Vornamen niemand
mehr richtig weiß. Der Wahlspruch lautete:
"Was Schöners auf Erden hab ich nit funden,
Als treu von Herzen und still von Munden."
H.
Eingestellt von
um
20:26
2
Kommentare
Tränsläischn
30. Oktober 2008
Beim Googeln nach Templates für eine Broschüre bin ich mal wieder auf eine von Google übersetzte Seite gestoßen, deren Inhalt sich mir partout nicht erschließen will:
Solon und mehr ungelernte Schriftsteller, als im Wesentlichen als bekenntlichen Schriftsteller, entdecken die Toilette der Selbst-Publishing. Sie crapper direkten vormachen Ihre Aggregation der mart ohne feat fertig ordinale Band Agenten, die crapper Rattern beabsichtigen eine separate für Ihr Geld mit ihren breiten Genehmigung Rate.Hier der ganze Text...
Informationsgehalt: Null
Spaßfaktor: 8 von 10 grünen Dictionaries
Eingestellt von
um
17:37
1 Kommentare
Labels: *lol*, Gelesenes, Ins Netz gegangen, Suchgedöns, Verbales
Wir pushen die Statistik
26. Oktober 2008
Vor kurzem lief die Doku "So viel lebst du", eine bildgewaltige Darstellung dessen, was wir im Laufe unseres Lebens konsumieren, ausscheiden und produzieren. Eindrücklich sah man z.B. die 3651 Rollen Klopapier, 69,5 Liter Tränenflüssigkeit und fast fünf Tonnen Müll.
Alles faszinierend. Den Vogel schoss allerdings eine Zahl ab, die ich erschütternd finde: Der (deutsche) Mensch liest in seinem Leben durchschnittlich nur 247 Bücher! Mal ehrlich, so viel habe ich pi mal Daumen bereits in meinen ersten vier Schuljahren gelesen, wenn ich alle Bände von "Der kleine Vampir", "Hanni und Nanni", "Dolly", "Bummi" und etlichen weiteren Buchreihen sowie unzählige Leihbücher aus der Stadtbücherei addiere. Später kamen noch sämtliche Stephen King-Romane (ca. 50 Stück) dazu; schulische und später studentische Lektüren füllen ebenfalls locker je ein IKEA-Billy.
Ich kann nur hoffen, dass die werten Statistiker irgendwo einen gewaltigen Rechenfehler fabriziert haben, vielleicht sind ihnen die Bibliotheken entgangen? Oder überhaupt die Erwägung, dass man sich gute Bücher auch mal von Freunden leiht?
Schön wär's.
Eingestellt von
um
21:57
3
Kommentare
Labels: Filmisches, Gelesenes, Verblüffendes
Durchschlagender Erfolg
10. Oktober 2008
Beim Renovieren kann ja mal das ein oder andere Missgeschick passieren, z.B. eine zerdepperte Vase, die der Fensterbauer mir mit schuldbewusstem Blick entgegenstreckte. War zum Glück keine aus meiner Mingvasensammlung, sondern nur die sieben-Euro-Variante vom Lidl.
Die Heizungsbauer zeigten mehr Talent für Dramatik, als sie die Leitungen unserer Solarpaneele installierten. Neuerdings kaschiert man solche Leitungen in einem zweiten Regenfallrohr, das an die Hauswand gedübelt wird; hier war's also dementsprechend laut. Plötzlich hörte ich aus dem Unterrichtsraum, der sich neben meinem Arbeitszimmer befindet, ein Poltern, kreischende Geräusche und rieselnden Putz. Unser Joschka-Katerchen düste wie von der Tarantel gestochen ins Zimmer und starrte die Wand an, in der ein frisches Bohrloch prangte. Kurz darauf klingelte es an der Tür, in breitem Sächsisch sagte der Heizungstyp: "Isch glööb mir sind da ürschendwö dürschgestößen, dorf isch mo güggn?".
Ein Glück, dass an der Wand kein teurer Picasso hing. Nun meinte das Bohrtalent, er würde das Loch am nächsten Tag mit "'n büssschn Güps" wieder stopfen. Das ist nun drei Tage her, das Loch ist noch da. Werde mich morgen mit Silikonspritze und Gipstopf bewaffnen.
Hach, ist der reinste Abenteuerspielplatz hier *seufz*.
Eingestellt von
um
20:26
1 Kommentare
Labels: Häuslebauerisches, Skurriles
Scheibenkleister, äh, -bock
30. September 2008
Derzeit wird ja fleißig bei uns renoviert. Einen Teil der Arbeit übernehmen wir selbst, z.B. sorgt der Spätzlefresser für eine gute Dämmung des Dachgeschosses. Dafür musste er sämtliche Bodendielen rausreißen, abschleifen lassen und nun wieder einsortieren. Dort, wo bisher alte Schlacke zwischen den Bodenbalken herumstaubte, kommt nun lecker duftende Bio-Dämmschüttung rein. Gestern bröselte plötzlich die obere Schicht eines Balkens weg, und man konnte seltsame Fraßspuren erkennen. Wie Holzwurmlöcher aussehen, weiß ich zur Genüge, und das war eindeutig etwas Anderes. Durch fleißiges Googeln habe ich rausgefunden, dass beim Bau des Hauses anno 1936 wohl ein paar Scheibenbocklarven mitverbaut wurden. Die Tierchen futtern sich durch die obere Schicht der Balken, an denen noch Rinde vorhanden ist, und entfleuchen dann auf Nimmerwiedersehen aus dem zernagten Holz. Ein Neubefall ist daher nicht möglich. Wäre auch nicht sonderlich lustig, wenn mir plötzlich die Arbeitszimmerdecke auf den Kopf fällt.
Wer mal sehen möchte, wie es momentan hier zugeht, kann mein Album anschauen. Ich habe es nicht-öffentlich gemacht, daher verlinke ich es nicht direkt. Wer kann und mag, darf dort gerne Kommentare posten ;)
http://picasaweb.google.com/anke.arnold/Renovierung
und direkt dahinter, ohne Leerzeichen dazwischen:
?authkey=bj69A2bG1zM
Eingestellt von
um
10:41
2
Kommentare
Labels: *örks*, Häuslebauerisches
Staubige Zeiten
24. September 2008
Hallo mal wieder, ich schaffe es endlich mal, einen neuen Beitrag zu tippen. War viel los in letzter Zeit:
In den Sommerferien waren wir für drei Wochen weg; erst eine Woche in Niedersachsen, dann eine Woche in Hamburg und schlussendlich eine Woche in Südfrankreich. Wer geografisch einigermaßen durchblickt, wird erkennen, wieviel Fahrerei das bedeutet :)
Der Urlaub war wunderbar und echt nötig, sozusagen als Vorschuss-Erholung. Seit Ende der Ferien wird nämlich unser Haus komplett renoviert, zunächst wurden sämtliche Fenster erneuert. Jetzt ist die Außenfassade dran. Ein riesiges Gerüst steht ums Haus herum, zur Straßenseite mit einem dezent brüllend rotem Netz abgehängt. Darauf wuseln derzeit drei Stukkateure herum und schwingen die Putzkelle. Der alte Putz muss schließlich ausgebessert werden. Für mich bedeutet das, ich kann in irgendeinen Raum unseres Hauses gehen und werde garantiert durchs Fenster aus freundlich angelächelt. Gestern habe ich mir vor Schreck prompt den Kopf gestoßen, was der Handwerker sichtlich lustig fand.
Mein neuer bester Freund heißt "Innenspachtel", wir verbringen viel Zeit miteinander... Wenigstens hatte ich durch die Renoviererei die Gelegenheit, den Flur in schönem Sonnengelb zu streichen, wie ich es schon lange vorhatte.
Hier sieht's also aus, als hätte eine große staubige Bombe eingeschlagen, aber solange sich die Handwerker die Klinke in die Hand geben, hat gründliches Putzen keinen Sinn. Falls jemand von Euch einen zwanghaften Putzfimmel à la Monk hat, ist er hier jederzeit willkommen ;-)
Eingestellt von
um
11:05
0
Kommentare
Labels: Häuslebauerisches
